Fotograf(inn)en in Schleswig-Holstein, Lübeck und
dem Herzogtum Lauenburg aus der Zeit von 1850 bis 1880

Bildlexikon von U. Lüthje / Dr. H. O. Müller



Name, Vorname:

Sickert & Comp.
(Johann Jürgen Sickert)

* wann und wo:   23. 12. 1803 in Flensburg
† wann und wo:   04. 10. 1864 in Altona
Familie:    
Ursprünglicher
Beruf:
  Maler/Gemälderestaurator
Ausbildungsorte:   Augustenburg auf Alsen (Malerlehre)
Atelier-
standort(e):
   Altona
Zeitraum/
Straße:
  1851ff.
Filiale(n):   -
Inserate in
regionalen
Zeitungen:
 
Siehe unten. Eine ganzseitige Darstellung kann durch Doppelklick aufgerufen werden.
Bemerkungen:  

Biographisches:   "Sickert wurde im damals dänischen Flensburg als Sohn des Seemanns Hans Hinrich Sickert und seiner Ehefrau Maria Wiebken Tiebe geboren. Über seine Ausbildung ist wenig bekannt. Als Dekorationsmaler wurde er unter Christian VIII. verpflichtet, Schlösser und Paläste des Königreichs auszumalen. 1828 heiratete er in Altona Caroline Friederike Margaretha Niebuhr."
Zitat aus: http://www.wikiwand.com/de/Johann_J%C3%BCrgen_Sickert

Im oben zitierten Artikel heißt es weiter, daß er
1834 die
dänische Staatsbürgerschaft aufgegeben hätte. Das trifft nicht zu, er bewarb sich (erfolgreich) um das Bürgerrecht in Altona, blieb aber dänischer Staatsbürger.

Im Wikiwand-Artikel heißt es weiter: "Er beschäftigte sich vor allem mit der Porträtmalerei und arbeitete als Restaurator, Zeichenlehrer und Dekorationsmaler. Sickert gehörte zu den traditionellen Malern, die die neue bildnerische Technik der Daguerreotypie (später der Fotografie) aufgriffen, um mit ihr das wachsende Bedürfnis des Publikums nach Privatporträts zu befriedigen. Er war ab 1845 zunehmend im Kulturleben Altonas aktiv und bestrebt, den Altonaer Kunstverein zu beleben. Sein Sohn, der Maler Oswald Adalbert Sickert, wurde von ihm ausgebildet und gefördert. Er stellte auch die Verbindung zu einer englischen Abnehmerschaft seiner Landschaftsbilder her."
Zitat: a. a. O.
Vorgänger:   -
Nachfolger:   J. A. L. Fischer
 


Sickert inseriert ab Mitte 1851 vielfach, durchgehend ohne Adreßangabe, offenbar konnte er davon ausgehen, daß die Kundschaft das Atelier gut kannte:
 
Altonaer Nachrichten vom 15. 06. 1851
Altonaer Nachrichten vom 15. 06. 1851

Sickert wird in Zeitungs-Ankündigungen des Altonaer Stadttheaters mehrfach als Dekorationsmaler genannt, zum Beispiel in der Aufführung des Lustspiels "Donna Diana":
 
Altonaer Nachrichten vom 26. 09. 1854
Altonaer Nachrichten vom 26. 09. 1854

In einer Besprechung dieser Aufführung heißt es dann:
 
Altonaer Nachrichten vom 29. 09. 1854
Altonaer Nachrichten vom 29. 09. 1854

Altonaer Nachrichten vom 16.6 10. 1855
Altonaer Nachrichten vom 16. 10. 1855
(textgleich wiederholt am 18. 10. 1855)

 Eine Annonce belegt sowohl die Vielfältigkeit der Arbeitsbereiche im Atelier Sickert (prägnant in Szene gesetzt durch das doppelte "etcetera") als auch die Übergangsstufe vom Primat der Daguerreotypie hin zur Fotografie:
 
Altonaer Nachrichten vom 02. 12. 1856
Altonaer Nachrichten vom 02. 12. 1856

Offenbar war den Inhabern aber auch wichtig, Kundschaft anzusprechen, die auf die traditionelle Abbildungstechnik (Daguerreotypie) Wert legte:
 
Altonaer Nachrichten vom 13. 02. 1857
Altonaer Nachrichten vom 13. 02. 1857
 
 
Altonaer Nachrichten vom 17. 03. 1858
Altonaer Nachrichten vom 17. 03. 1858
 
 
Zur Vorbereitung der Zentenarfeier Friedrich Schillers arbeitete J. J. Sickert mit seinem Fotografie-Kollegen Heinrich Georg Nothnagel zusammen:
 
 
Altonaer Nachrichten vom 21 10. 1859
 
 
 
Altonaer Nachrichten vom 21 12. 1859
 
 
Als Sickert 1864 plötzlich verstarb, erschien folgnder Nachruf:
 
Altonaer Nachrichten vom 05. 10. 1864
 
 
Die Ankündigung der Beerdigung im Lokalteil der "Altonaer Nachrichten" schließt den Hinweis ein, daß eine Grabrede gehalten werden wird:
 
Altonaer Nachrichten vom 07. 10. 1864
 
 
Altonaer Nachrichten vom 08. 10. 1864
 
 
Die sicher berechtigte Klage darüber, wie schwer es in Altona war, mit (Foto-)Kunst sein Brot zu verdienen, illustriert ein Bericht über die Verwertung des malerischen Nachlasses von J. H. Sickert:
 
Altonaer Nachrichten vom 21. 10. 1864
 
 
Über eine besondere Art, ihre Wertschätzung für den Berufskollegen posthum auszudrücken, berichtet die Lokalzeitung Ende Oktober:
 
Altonaer Nachrichten vom 27. 10. 1864
 
Ein Textbeitrag im redaktionellen Teil der "Altonaer Nachrichten" belegt, daß Sickert neben seiner Tätigkeit als Fotograf auch an kulturellen Aktivitäten interessiert war:
 
Altonaer Nachrichten vom 06. 11. 1864
Altonaer Nachrichten vom 06. 11. 1864