Fotograf(inn)en in Schleswig-Holstein, Lübeck und
dem Herzogtum Lauenburg aus der Zeit von 1850 bis 1880

Bildlexikon von U. Lüthje / Dr. H. O. Müller



Name, Vorname:
Cecilie Wilhelmine Eleonore und Jørgen Theodor Bloch
* wann und wo:  
Cecilie: 05. 02. 1826 in Rendsburg
Theodor: 17. 03. 1817 in Rinkeby auf Fünen
† wann und wo:  
Cecilie: 12. 12. 1904 in Hillerød
auf Seeland
Theodor: 07. 06. 1892 in Hillerød auf Seeland
Familie:    
Ursprünglicher
Beruf:
   
Ausbildungsorte:    
Atelier-
standort(e):
  Rendsburg
Zeitraum/
Straße:
  Rendsburg
1854 Jungfernstieg
1854 Ecke des Kirchhofs in Neuwerk
1856 Am Paradeplatz
1857 Obereiderstraße 358
1861/62 Altstädter Schiffbrücke

1862-1867 Bogense
1867-1874 Kopenhagen
ab 1875 Frederiksborg
Filiale(n):   In der Frederiksborger Zeit: Filiale in Helsingör, Steengade 60.
Inserate in
regionalen
Zeitungen:
  - Siehe unten -
Bemerkungen:   -
Biographisches:  
Jørgen Theodor Bloch war Soldat im dänischen Heer und wurde 1846 in die Garnisons- und Festungsstadt Rendsburg versetzt. Am 04. 04. 1847 heiratete er in der Christkirche in Rendsburg Cecilie Wilhelmine Eleonore Tamm. Nach Ausbruch der Erhebung im März 1848 gegen Dänemark zogen sich die dänisch gesinnten Soldaten aus Rendsburg gen Norden zurück. Zu ihnen gehörte auch Theodor Bloch und seine Familie, die sich auf der Insel Fünen und in Kopenhagen ansiedelten. Nach Beendigung des ersten Deutsch-Dänischen Krieges kehrte die Familie nach Rendsburg zurück.

Bis 1858 diente er als Brücken-meister im 2. Artillerie-Regiment. Anfang des Jahres 1859 wurde er aus dem dänischen Heer als Kriegsrat und Sekondeleutnant im Ingenieurwesen entlassen. Parallel zu seinem Soldatenberuf hatte er sich intensiv mit der Lichtbildnerei beschäftigt. Wann und wo er das Daguerreotypieren gelernt hat, lässt sich nicht ermitteln (vielleicht in Kopenhagen).
Unmittelbar nachdem die Familie aus Kopenhagen nach Rendsburg zurückgekehrt war, gründete er 1854 ein Atelier für Daguerreotypie.

Mit einer Annonce im Rendsburger Wochenblatt vom 04. 10. 1854 machte das junge Unternehmen auf sich aufmerksam. Im Hause des Schlachtermeisters Thomsen, an der Ecke des Kirchhofs in Neuwerk, wurde nicht nur die Daguerreotypie gelehrt, sondern parallel wurde auch Unterricht in Deutsch, Dänisch, Zeichnen, Schreiben und Rechnen angeboten.

Als Soldat konnte er nicht gleichzeitig als selbstständiger Daguerreotypist in Rendsburg tätig sein. Deshalb wurde seine Frau von ihm im Daguerreotypieren ausgebildet, sie führte nach außen hin das Atelier. Cecilie Wilhelmine Eleonore Bloch war die erste Frau in den Herzogtümern, die sich auf die Kunst der Daguerreotypie verstand. Trotzdem ist unklar, welche Arbeitsanteile ihr jeweils zukamen.

Das Tätigkeitsfeld blieb nicht auf Rendsburg beschränkt. Ende Mai 1856 bot Cecilie Bloch in Friedrichstadt ihre Dienste als Daguerreotypistin an.

Die Adresse des Ateliers wechselte wieder. In einem Inserat im „Rendsburger Wochenblatt“ vom 23. und 27. 05. 1857 machte C. W.  Bloch darauf aufmerksam, dass sie jetzt in der Obereiderstrasse 358 im Haus des Schlachtermeisters Thomsen zu finden ist.

1858 verabschiedete sich Bloch von der Technik der Daguerreotypie und bot in der Folgezeit Fotografien auf Papier und Glas an.

Nachdem Jørgen Theodor Bloch Anfang 1859 seinen Dienst als Soldat beendet hatte, widmete er sich uneingeschränkt der Fotografie. Er übernahm von seiner Frau auch die Geschäftsführung des Ateliers. Am 11. 06. 1859 warb er im 'Rendsburger Wochenblatt'
für sein neu errichtetes Atelier am Jungfernstieg, Einfahrt zum Hofe des Herrn Gottfried Petersen.

Der wirtschaftliche Erfolg des Ateliers in der kleinen Stadt Rendsburg reichte offensichtlich nicht aus, um den Unterhalt der gewachsenen Familie zu sichern. Er suchte und fand zusätzliche Einnahmequellen als Wanderfotograf in den umliegenden Ortschaften der Region. Im Juni und Juli 1859 bot  er seine Dienste in Augustenborg und Sønderborg an. Ein Jahr später war er in Eckernförde, im Haus der Frau Barlach, in der Kieler Straße aktiv. Er annoncierte mehrfach in der Eckernförder Zeitung vom 02. Mai bis zum 09. Juni 1860.

Ende Juni 1861 zog es ihn nach Friedrichstadt. Im Haus des Gastwirts Harder errichtete er sein mobiles Atelier und bot gleichzeitig Unterricht im Fotografieren an.

Von Oktober 1861 bis zum Mai 1862 befanden sich Wohnung und Atelier wieder unter einer neuen Adresse, bei Kupferschmied Kühl an der Schiffbrücke in der Altstadt.

Aus der Annonce ist zu erkennen, dass Bloch beabsichtigte, Rendsburg zu verlassen. Die letzte Adresse des Ateliers war: im 'Stegen', im Haus des Kaufmanns Barbeck. Nachdem er das Atelier aufgegeben hatte, wurden die Räume ab Juli 1862 von dem Photographenehepaar Emil & Auguste Synnberg genutzt.

Im August 1862 verließ Bloch Rendsburg, zog mit seiner Familie nach Bogense auf die Insel Fünen. Im Garten des Gasthofs Andersen baute er ein Glashaus als Atelier.

Um 1867 zog Jørgen Theodor Bloch mit seiner Familie endgültig nach Kopenhagen. In der Hauptstadt des Königreichs boten sich bessere Möglichkeiten für die erfolgreiche Existenz eines Fotoateliers. Bis 1874 unterhielt er dort am verschidenen Standorten fotografische Ateliers.

1875 zog das Unternehmen letztmalig um, nach Frederiksborg auf Nordseeland. Der Sohn Theodor Carl Christian trat in die Fußstapfen seiner Eltern und wurde Zeichner und Fotograf.

Vorgänger:   -
Nachfolger:    
     

Daguerreotypie Rendsburg Bloch - Mathilde Harbou - recte - klein
Daguerreotypie 1854/1855:
Joachime Sophie Anna Mathilde Harbou,
geborene Hensen (* 07. 04. 1815 in Schleswig,
† 06. 04. 1887 in Gera).
Hamburg, Museum für Kunst und Gewerbe.

 
Daguerreotypie Rendsburg Bloch - Mathilde Harbou - verso - klein
Bildmaß: Höhe: 15,7 cm; Breite: 13 cm
Signatur/Marke:
Silbermarke: recto o. auf der Platte: „CHRISTOFLE“
beschriftet: verso auf der Platte: in Blei: „G. Renard Kiel“. Als Ursprungszeugnis kleiner Aufkleber:
"T. Bloch / Atelier am Jungfernstieg / RENDSBURG."
 
Rendsburg - Bloch - Mutter und Kind - recte Rendsburg - Bloch - Mutter und Kind - verso
     
CAB Rendsburg Bloch - Frederiksborg Schloss - recte - klein
Üblicherweise bleiben Revers von Kabinettfotografien leer, in diesem Fall ist die Rückseite dieser Fotografie des Schlosses wie eine Carte de Visite gestaltet, also mit werbendem Hinweis/Referenz.
 
CAB Rendsburg Bloch Frederiksborg Schloss innen - klein
Frederiksborg, Schloß, Kabinettfotografie, 11x16cm,
Revers: blanko.
 
CAB Rendsburg Bloch - Frederiksborg - Kircheninnenraum - klein
Frederiksborg, Schloß, Kircheninnenraum,
Kabinettfotografie, 11x16cm, Revers: blanko.
Leerfläche
Rendsburg Bloch - Annonce Rendsburger Wochenblatt 1854-10-04
Annonce im Rendsburger Wochenblatt,
Ausgabe vom 04. 10. 1854
Leerfläche
Rendsburg Bloch - Annonce - Friedrichstädter Intelligenzblatt 1856 - klein
Annonce im Friedrichstädter Intelligenzblatt,
Ausgabe vom 28. 05. 1856
Leerfläche
Rendsburg Bloch - Annonce - Rendsburger WB 1857-05-30 - klein
Annonce im Rendsburger Wochenblatt,
Ausgabe vom 30. 05. 1857
Leerfläche
Rendsburg - Bloch - Annonce Rendsburger WB 1858-12-04 - klein
Annonce im Rendsburger Wochenblatt,
Ausgabe vom 04. 12. 1858
Leerfläche
Rendsburg - Bloch - Annonce Rendsburger WG 1859-06-11 - klein
Annonce im Rendsburger Wochenblatt,
Ausgabe vom 11. 06. 1859
Leerfläche
Rendsburg - Bloch - Annonce Eckernförder Zeitung 1860-05-05 - klein
Annonce in der Eckernförder Zeitung,
Ausgabe vom 05. 05. 1860
Leerfläche
Rendsburg - Bloch - Annonce Wochenblatt, 1861-06-19 - klein
Annonce im Eiderstedter und Stapelholmer
Wochenblatt, Ausgabe vom 19. 06. 1861
Leerfläche
Rendsburg - Bloch - Rendsburger WB 1861-10-12 - klein
Annonce im Rendsburger Wochenblatt,
Ausgabe vom 12. 10. 1861
Leerfläche
Rendsburg - Bloch - Annonce Rendsburger WB 1862-03-22 - klein
Annonce im Rendsburger Wochenblatt,
Ausgabe vom 22. 03. 1862